Wer heute am Wald spart, zahlt morgen drauf!
Landeswaldverband und Forstkammer fordern verlässliche Finanzierung für Waldpflege, Waldschutz und Klimaanpassung im Landeshaushalt 2027

Stuttgart, 06. November 2026 – Baden-Württembergs Wälder stehen unter Druck. Der Klimawandel, zunehmende Trockenheit und die Folgen des vergangenen Dürresommers setzen ihnen zu. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an die Pflege und den Schutz der Wälder. Angesichts der laufenden Haushaltsberatungen appellieren der Landeswaldverband und die Forstkammer Baden-Württemberg deshalb gemeinsam an die Landespolitik: Bei der Finanzierung des Waldes darf nicht gespart werden. Denn wer heute notwendige Investitionen versäumt, riskiert langfristig größere Schäden und höhere Kosten.
Der Wald ist weit mehr als ein Lieferant des wichtigen, nachwachsenden Rohstoffs Holz. Er schützt unser Klima, speichert Wasser, bietet Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und ist ein wichtiger Erholungsraum für die Menschen. Damit er diese Aufgaben auch in Zukunft erfüllen kann, muss er durch gezielte Maßnahmen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels werden. Dafür braucht es eine verlässliche Unterstützung durch das Land.

Politische Zusagen müssen im Wald ankommen
Die beiden Verbände erinnern daran, dass die Landesregierung im Koalitionsvertrag bereits wichtige Zusagen für den Wald gemacht hat. Dazu gehören die Weiterentwicklung der Waldstrategie 2050, Verbesserungen bei der Förderung und die Stärkung der Forstbehörden sowie die Umsetzung der Waldnaturschutzkonzeption 2030.
Adrian Sonder, Präsident der Forstkammer: „Entscheidend ist nun, dass diesen Zusagen auch die notwendigen finanziellen Mittel folgen. Denn politische Ziele allein machen noch keinen Wald widerstandsfähiger.“
Waldbesitzende und Forstleute brauchen Rückendeckung
Die Herausforderungen betreffen die Waldbewirtschaftung landesweit und über alle Eigentumsgrenzen hinweg. Ob private, kommunale oder staatliche Wälder: Sie müssen an veränderte Klimabedingungen angepasst, frühzeitig mit vorhandenen und ggf. weiteren Baumarten verjüngt, nach Schäden wiederbewaldet und durchgehend aktiv gepflegt werden. Diese Maßnahmen erfordern langfristige Planung und erhebliche Investitionen. Förderprogramme müssen deshalb zuverlässig zur Verfügung stehen und dürfen nicht an kurzfristigen Finanzierungsengpässen scheitern.
Auch die staatlichen Forstbehörden benötigen ausreichend Fachpersonal, um Waldbesitzende zu beraten, Waldschutzmaßnahmen zu begleiten und die vielfältigen Anforderungen an die Wälder zu bewältigen. Ebenso müssen wichtige Leistungen für die Allgemeinheit, insbesondere der Waldnaturschutz, die Ausbildung von Fachkräften und die Waldpädagogik, langfristig und unabhängig von der jeweiligen Waldbesitzart gesichert bleiben.
Neben der täglichen Arbeit im Wald braucht es auch Investitionen in die Zukunft: in die Ausbildung des forstlichen Nachwuchses, in die Forschung und in einfachere digitale Verwaltungs- und Förderverfahren.
Waldschutz ist eine Investition in die Zukunft
Landeswaldverband und Forstkammer erkennen an, dass die angespannte Haushaltslage schwierige Entscheidungen verlangt. Gerade deshalb müsse sorgfältig abgewogen werden, wo Einsparungen langfristig besonders teuer werden könnten.
Reinhold Mayer, Vorsitzender des Landeswaldverbands: „Mit der Finanzierung unserer Wälder verhält es sich wie mit der Wasserversorgung eines Baumes. Bleibt der Nachschub aus, gerät er unter Stress. Reißt die Versorgung dauerhaft ab, entstehen Schäden, die sich später kaum noch beheben lassen. Deshalb muss auch die Finanzierung der Menschen, die unsere Wälder pflegen und schützen, drei Voraussetzungen erfüllen: Sie muss verlässlich, verbindlich und dauerhaft sein.“
Die beiden Verbände fordern die Landesregierung und die Abgeordneten des Landtags deshalb auf, die Finanzierung der angekündigten waldpolitischen Maßnahmen im Landeshaushalt 2027 sicherzustellen. Denn wer heute in stabile Wälder investiert, leistet Vorsorge für kommende Generationen.
Über die Verbände
Der Landeswaldverband Baden-Württemberg e. V. vereint acht Organisationen aus Waldwirtschaft, Forstberufen, Waldnaturschutz und Waldpädagogik und setzt sich für den Erhalt und die nachhaltige Entwicklung der Wälder im Land ein.
Die Forstkammer Baden-Württemberg e. V., selbst Mitglied im Landeswaldverband, vertritt die Interessen des privaten, kommunalen und körperschaftlichen Waldbesitzes in Baden-Württemberg.
Die Pressemitteilung „Wer heute am Wald spart, zahlt morgen drauf! zum Herunterladen als PDF-Datei.








