Pressemitteilungen | 24. August 2026

Trocken-heißer Sommer gefährdet die Lebensgrundlage Wald

LWV-Vorsitzender Reinhold Mayer: „Haushaltslage verlangt Prioritäten – klimaresilienter Wald muss vorrangig sein“

Stuttgart, 24. August 2026 – Die Hitzewellen von Juni bis August haben den Wäldern in Baden-Württemberg erheblich zugesetzt. Abgestorbene Baumkronen sind vielerorts bereits sichtbar. Das ganze Ausmaß der Folgeschäden, die durch Dürre und Borkenkäfer entstehen, wird sich teilweise erst im kommenden Jahr zeigen. „Flächige Waldschäden beeinträchtigen das Gemeinwesen und die kritische Infrastruktur wie beispielsweise die Sicherheit der Trinkwasserversorgung und der Verkehrswege, warnt Reinhold Mayer, Vorstandsvorsitzender im Landeswaldverband. „Um gegenzusteuern, muss die Landesregierung die notwendigen Mittel für Schadensbewältigung, Waldumbau, Biodiversität und forstliche Beratung im Haushalt 2027 sichern.“

Wie der Klimawandel den Wald schon heute unter Druck setzt

Gesunde und widerstandsfähige Wälder speichern Kohlenstoff, schützen Wasser und Böden, kühlen ihre Umgebung, bieten Lebens- und Erholungsräume und liefern den nachwachsenden Rohstoff Holz. „Fallen diese Leistungen aus, sind die Folgen für die gesamte Gesellschaft direkt spürbar“, sagt Reinhold Mayer. Derzeit schränkt der Wassermangel Wachstum und Widerstandsfähigkeit der Bäume ein. Dadurch werden sie instabiler und anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Zudem erhöht die langanhaltende Trockenheit das Risiko für Waldbrände, die in diesem Jahr deutlich häufiger auftreten. Bewirtschaftete, strukturreiche Mischwälder senken das Brandrisiko und eine gute Walderschließung erleichtert auch die Brandbekämpfung.

Der Landeswaldverband erkennt an, dass das Land vor schwierigen Haushaltsentscheidungen steht. „Gerade deshalb müssen die knappen Mittel auch dort investiert werden, wo sie Folgekosten reduzieren und die Zukunftsfähigkeit des Waldes ermöglichen“, fordert Reinhold Mayer. Für die Generationenaufgabe des Waldumbaus brauchen Waldbesitzende, Forstbetriebe und Forstverwaltung eine verlässliche Perspektive. Der Landeswaldverband appelliert deshalb an Landesregierung und Landtag, die bewährten Instrumente der baden-württembergischen Waldpolitik auch unter schwierigen Haushaltsbedingungen fortzuführen. „Die Haushaltslage verlangt Prioritäten“, so Mayer. „Der klimaresiliente Wald muss eine davon sein.“

Gegensteuern ist möglich, wenn Profis die Ressourcen bekommen

„Der Wald ist Hauptbetroffener im Klimawandel und zugleich Teil der Lösung“, erinnert Mayer. „Wir müssen aus der Spirale herauskommen, erst bei eskalierenden Katastrophen den Mitteleinsatz zu verstärken. Notwendig ist eine verlässliche und kontinuierliche Finanzierung zur Sicherung der vielfältigen Waldfunktionen und zur Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel. Das ist eine Daueraufgabe der nächsten Jahrzehnte. Die folgenden Maßnahmen müssen daher entsprechend der Waldstrategie 2050 mit den vorgesehenen Sachmitteln und dem notwendigen Personal ausgestattet werden:

  • Ressourcen für Waldumbau und Schadensbewältigung: Die Förderung zum Aufbau klimaresilienter Wälder mit hoher Biodiversität und die im Ernstfall bereitzustellenden Mittel für die Bewältigung von Dürre- und Borkenkäferschäden müssen verbindlich gesichert werden.
  • Forstliche Beratung stärken: Klimaanpassung braucht fachkundige Beratung und ausreichende Umsetzungskapazitäten. Die unteren Forstbehörden müssen deshalb insbesondere für Waldumbau, Prävention vor Waldschädlingen und Waldbrand, Steigerung der Biodiversität und Wasserrückhaltung im Wald und für die hierfür erforderliche Beratung der Waldbesitzenden gestärkt werden.
  • Verwaltungsverfahren verschlanken & digitalisieren: Die Modernisierung und Vereinfachung der Verwaltungsverfahren muss konsequent vorangetrieben werden, damit Landesforstverwaltung, Kommunen und Privatwaldbesitzer bei der Einreichung und Bearbeitung von Anträgen noch schneller und effizienter arbeiten können. Die Umsetzung der digitalen Transformation darf nicht an den Ressourcen scheitern.

Die Pressemitteilung „Trocken-heißer Sommer gefährdet die Lebensgrundlage Wald“ als PDF.

Weitere Informationen:

ForstBW: Trockenheit – kurze Schauer genügen dem Wald nicht (13.08.2026)