Pressemitteilungen | 28. April 2026

Waldputztag 2026: Mehr als 25 Tonnen Müll im Wald

Neue Landesregierung muss an die Wurzel des Problems

Stuttgart, 28. April 2026 – Beim inzwischen fünften bundesweiten Waldputztag haben Engagierte in ganz Deutschland auch 2026 wieder große Mengen Plastik und illegalen Abfalls aus den Wäldern entfernt. Knapp 1.500 Freiwillige trugen eine Gesamtmenge von 25 Tonnen Müll auf der Aktions-Website www.waldputztag.de ein. Damit bleiben die Ergebnisse konstant auf dem Niveau der Vorjahre. Für Baden-Württemberg bedeutet das: Die künftige Landesregierung muss das Problem von Müll im Wald beherzt angehen, um diesem unhaltbaren Zustand entgegenzuwirken.

25 Tonnen Müll – und trotzdem nur die „Spitze des Müllbergs“

Im Vorfeld des Waldputztages am 21. März 2026 trugen Freiwillige 62 geplante Sammlungen auf der Aktions-Website ein. Mit dabei waren sowohl Initiativen aus der Zivilgesellschaft als auch Orts- und Landesverbände von Naturschutzvereinen wie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, dem Deutschen Forstverein sowie NABU, BUND und Landesnaturschutzverband. Erneut haben außerdem Forstleute aus vielen Revieren in Deutschland mit angepackt. Die Zentralveranstaltung des Waldputztags 2026 fand in diesem Jahr in Grosselfingen statt, Ausrichter war das Forstamt Zollernalbkreis.

Prof. Dr. Sebastian Hein, der mit Studierenden der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg an der Sammlung in Grosselfingen teilnahm, lobt den Schulterschluss. „Dass Forstpraxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft an einem Strang ziehen, ist jedes Jahr ein starkes Signal“, freut sich der Vertreter der Hochschule. Die Sammelergebnisse des Waldputztages sind wie immer nur die Spitze des Müllbergs. Forstleute stoßen das ganze Jahr über auf weitere Abfälle, die tiefer in den Waldstücken liegen. „Leider verbleibt immer auch Müll unentdeckt im Wald, sodass Mikroplastik und gefährliche Chemikalien das Ökosystem dauerhaft schädigen. Dadurch wird letztendlich auch das Trinkwasser belastet, auf das wir alle angewiesen sind“, erklärt Prof. Dr. Hein.

Prävention statt Dauerpflege: Politik muss sich unterhaken

 „Unsere Wälder stehen durch die Anpassung an den Klimawandel massiv unter Druck – und die Menschen, die sich um ihn kümmern ebenfalls. Dass obendrein illegaler Abfall in diesem fragilen Ökosystem entsorgt wird, dürfen wir so nicht länger hinnehmen“, stellt Ulrich Potell klar. Hoffnung setzt der Geschäftsführer des Landeswaldverbands deshalb in die neue Landesregierung, die sich derzeit in Baden-Württemberg formiert. „Von dem Bundesland, in dem vor fünf Jahren der Waldputztag entstand, könnten weitere zentrale Impulse gegen Müll und Plastik im Wald ausgehen“, sagt Potell. “Mit dem Streichen der Förderung für besonders schädliche Wuchshüllen gab es bereits ein gutes Signal.”

Als wichtigsten Hebel sieht Potell jedoch die konsequente Vermeidung von schädlichen Stoffen, bevor diese überhaupt zu Abfall werden können, der für Jahrtausende in der Natur verbleibt. „Eine wirksame Plastikreduktionsstrategie würde alle Ökosysteme entlasten und Baden-Württemberg zum Vorbild für andere Bundesländer machen“, erklärt Potell. Auch die Stärkung der heimischen Bioökonomie müsse weiter vorangetrieben werden. Gemeint ist damit eine Wirtschaftsweise, die fossile Materialien und erdölbasierte Kunststoffe durch nachwachsende Rohstoffe wie waldbasierte Biomasse ersetzt. Das wäre sowohl für den Wald gut als auch für die Dekarbonisierung der Industrie. Potell fordert: „Müll im Wald ist kein reines Forstthema. Andere Akteure müssen aktiviert und ins Netzwerk einbezogen werden. Gemeinsam mit weiteren Bundesländern kann Baden-Württemberg außerdem über den Bundesrat deutschlandweite Initiativen anstoßen. So entlasten wir unsere Wälder genauso wie die Forstleute und die zahlreichen Freiwilligen, die jedes Jahr beim Waldputztag mitmachen. Saubere Wälder kommen uns allen zugute.“

Zahlen zum Waldputztag 2026:

  • 1475 Personen haben teilgenommen
  • 24,6 Tonnen Müll wurden gesammelt
  • 62 Sammelorte wurden geplant

Hierbei handelt es sich um die Ergebnisse, die auf www.waldputztag.de eingetragen wurden. Darüber hinaus fanden in ganz Deutschland noch weitere Sammlungen statt, sodass die tatsächliche Zahl der Teilnehmenden, Müllmengen und Sammlungen weitaus höher ist.

Weiterführende Informationen:

Bildmaterial:

Fotos: Landeswaldverband Baden-Württemberg e.V.

Die Pressemitteilung „Waldputztag 2026: Mehr als 25 Tonnen Müll im Wald“ zum Download als PDF.

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