Forstamt Baden-Baden zeigt Waldumbau im Klimawandel
Rückblick auf die Exkursion zum NABU-Naturwaldbetrieb am 16. September 2026
Wie managt ein Naturwaldbetrieb den Waldumbau im Klimawandel? Zu dieser Frage luden NABU Baden-Württemberg und Forstamt Baden-Baden am 16. September zur Exkursion ein.

Der Forstbezirk am Rand des Schwarzwalds hält dabei sehr unterschiedliche Gegebenheiten bereit, die den Waldbegang interessant machen. Im Osten des Reviers wütete 1999 der Orkan Lothar und beschädigte dabei fast ein Drittel des Stadtwalds. Beim Gang durch den Bergwald zeigte das Team um Forstamtsleiter Thomas Hauck und Revierleiterin Juliane Schubert im Revier Rebland, wie unterschiedlich man die Flächen durch aktives Handeln entwickeln kann. Pflanzung bleibt dabei die Ausnahme. Weit überwiegend schöpft der Betrieb die Potenziale aus der Naturverjüngung, die aus einer außergewöhnlichen Vielfalt an Baumarten resultiert. Unter den Nadelbaumarten dominiert heute die Douglasie, die als Folge bisheriger Maßnahmen nahezu in Reinbeständen vorkommt. Daher werden in diesen Beständen nun aktiv verschiedene Laubbaumarten gefördert, um sie langfristig klimastabil zu entwickeln. So sollen schrittweise die Nadelholzvorräte erhalten und die Naturnähe gesteigert werden.


Nur wenige Meter weiter auf dem Bergpfad erreichten wir ein Waldrefugium, in dem seit längerer Zeit überhaupt keine Bewirtschaftung stattfindet. In diesem Laubmischwald finden sich neben der Buche verschiedene Ahornarten, Sträucher und vor allem viel Totholz, das zur Förderung der Biodiversität im Wald belassen wird. Vom ehemaligen Steinbruch aus, der den Forstleuten heute als Lager dient, konnten wir in den oberhalb gelegenen Felsvorsprüngen sogar ein Pärchen Wanderfalken beobachten.

Nachmittags ging es im zweiten Teil der Exkursion schließlich an das nordwestliche Ende des Forstbezirks. Das Revier Haueneberstein/Sandweier im Naturschutzgebiet Rastatter Ried ist ein Hardtwald, auf dem sich verschiedene Schutzgebietskulissen überlagern. Revierleiter Moritz Pennig berichtet, dass man noch vor wenigen Jahren 200 Meter durch den lichten Baumbestand hindurchsehen konnte. Nach einer Anpassung der Jagdstrategie ist in kurzer Zeit eine üppige Verjüngung, überwiegend aus durstigem Bergahorn, aufgelaufen. Über die Frage, wie die zarten Ansätze der vorhandenen Baumartenmischung gefördert werden können, entspann sich eine rege Diskussion unter den Anwesenden. Die kartierten Vorkommen der Gelbbauchunke wurden ebenfalls besprochen.


Im Mittelpunkt des Tagesprogramms stand die enge Zusammenarbeit von Forst- und Naturschutzbehörde. Die Naturschutzbehörde arbeitet dabei auch über den Waldrand hinaus daran, die Biodiversität am Waldtrauf, an Bächen und im Übergang zu den Wiesenlandschaften zu erhöhen und so den gesamten Biotopverbund naturnah zu erhalten.








