„Wer das Auerhuhn schützt, schützt die Vielfalt der Lebensgemeinschaft Wald“
Zumeldung: Pressemitteilung MLR 135/2026 vom 17.07.2026
Stuttgart, 17. Juli 2026 – Die Zahl balzender Auerhähne im Schwarzwald ist weiterhin besorgniserregend niedrig. Dennoch ist die Lage nicht ausweglos, sagt Reinhold Mayer. Der Vorstandsvorsitzende im Landeswaldverband Baden-Württemberg sagt, dass die Bausteine des Maßnahmenplans konsequent fortgeführt werden müssen. „Mit Herzblut für diese geschützte Schirmart, gezielter Habitatpflege und Raubwildmanagement im Verbreitungsgebiet kann das Blatt noch gewendet werden. Das gelingt auch im Wirtschaftswald.”

Nachhaltige Waldbewirtschaftung fördert die Biodiversität
Der leichte Rückgang auf 93 gezählte Hähne im Vergleich zum Vorjahr ist noch kein klarer Abwärtstrend. Jedoch steht fest, dass das größte einheimische Rauhfußhuhn weiterhin die konsequente Unterstützung von Behörden, Vereinen, Waldbewirtschaftenden sowie rücksichtsvollen Touristinnen und Touristen braucht. Reinhold Mayer erläutert: „Das Auerhuhn ist Schirmart für eine ganze Reihe weiterer Lebensformen, die lichte und strukturreiche Nadel- und Mischwälder benötigen. Dazu gehören bedrohte Arten wie Fledermäuse, Baumpieper, Kreuzotter und Hochmoorgelbling.“ Auch die mittlerweile gefährdete Waldameise, die Forstschädlinge wie den Borkenkäfer frisst, fühlt sich im Auerhuhnhabitat wohl. „Wer das Auerhuhn schützt, schützt die Vielfalt der Lebensgemeinschaft Wald“, fasst Reinhold Mayer zusammen.

Im Kern steht das Zusammenwirken von vernetzter Lebensraumverbesserung, Besucherlenkung und auf die Bedürfnisse des Auerhuhns angepasstem Wald- und Wildmanagement. Die hierfür notwendige elementare Beratungsarbeit des Vereins “Auerhuhn im Schwarzwald e.V.” und flächendeckende Waldnaturschutzberatung mit Förderanreizen der Landesforstverwaltung müssen ausgebaut und dauerhaft gesichert werden. Gerade dort, wo Forstleute und Waldbesitz Wälder mit Rücksicht auf noch vorkommende Auerhühner bewirtschaften, sind nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und Praxiserfahrung schnelle Erfolge bei der Wiederbesiedelung zu verzeichnen. Zu den Maßnahmen gehört speziell im Schwarzwald auch die konsequente Holznutzung zur Gestaltung lichter und strukturreicher Wälder. Zugleich können damit risikobehaftete Fichtenbestände reduziert und umgebaut werden. „Den nachhaltigen, regionalen Rohstoff Holz zu verwenden und dadurch gleichzeitig Lebensräume für das Auerhuhn sowie weitere Arten zu sichern – das ist ein Hebel, den wir unbedingt nutzen müssen“, fordert Reinhold Mayer.
Weitere Informationen:
- MLR Baden-Württemberg: Das Auerhuhn im Schwarzwald – Balzplatzzählungen 2026 (Pressemitteilung, 17.07.2026)
- FVA Baden-Württemberg: Habitatgestaltung Auerhuhn (Infoseite)
- Auerhuhn im Schwarzwald e.V.: Vereinswebsite
Die Zumeldung „Wer das Auerhuhn schützt, schützt die Vielfalt der Lebensgemeinschaft Wald“ als PDF zum Download.








