Veranstaltungen | 28. November 2025

Forstberufe 2050 – Abenteuerreise in die Zukunft?

Einladung zur Onlineveranstaltung am 12.12.25 | 13-16 Uhr

Der finale Waldpolitische Freitag in diesem Jahr findet am 12. Dezember 2025 statt. Landeswaldverband, Bund Deutscher Forstleute und IG BAU laden gemeinsam zur Online-Veranstaltung ein, um über die Zukunft der Forstberufe zu diskutieren.

Leitfrage: Was braucht es heute, um Forstberufe fit für die Zukunft zu machen?

Junge Forstleute, die heute in den Beruf einsteigen, sind zwischen 16 und 24 Jahre alt. Zum Zielzeitpunkt der Waldstrategie 2050 haben sie etwas über die Hälfte ihrer Berufslaufbahn hinter sich. Wir wollen von diesem Zeitpunkt aus auf heute zurückzublicken. Welche Weichen müssen wir stellen, um Forstberufe fit für die Zukunft zu machen? Dazu setzen wir auf Ihre Expertise und die unserer Expert:innen – um gemeinsam vorauszudenken und der Politik konkrete Impulse aus der Praxis zu geben.

Uns beschäftigen folgende Fragen:

  • Was wird sich bis zum Jahr 2050 im Berufsfeld und am Berufsbild geändert haben?
  • Welche Qualifikationen und Kompetenzen sind für die Forstberufe der Zukunft wichtig?
  • Wie finden und entwickeln wir die besten Köpfe für unsere „Reisegruppe“?
  • Welche Rahmenbedingungen braucht es – und wie halten wir alle an Bord?
  • Was geben wir heute den in Wald und Verwaltung Tätigen auf diese „Reise“ mit?

Ablauf: Impulse, Diskussionen, Forderungen und Abschluss

Im ersten Block blicken wir durch kurze Impulsvorträge auf die Megatrends und ihren Einfluss auf die Entwicklung der Forstberufe. In Themenräumen gibt es anschließend Gelegenheit für Rückfragen und Diskussionen mit den Referierenden. Der zweite Block richtet den Fokus auf notwendige Konsequenzen für Personalpolitik und Führungskultur, um für diese Entwicklungen gut vorbereitet zu sein. Nach erneuten Kurzvorträgen entwickeln die Teilnehmenden in zufällig zusammengestellten Kleingruppen von 4 bis 5 Personen zentrale Forderungen an die Politik. Zum Abschluss folgen ein Stimmungsbild zu den Forderungen per Live-Abstimmung sowie eine Schlussrunde.

Mitwirkende: Keynotes & Impulse

Block 1: Blick aus der Zukunft auf heute

  • Dr. Alexander Kaulen, Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V.
  • Dr. Stephanie Bethmann, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA)
  • Martin Schraitle, ForstBW
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian Kaiser, Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg

Block 2: Konsequenzen für Personalpolitik & Führungskultur

  • Christopher Baumann, Revierassistent Zollernalbkreis, berufsbegleitender Masterstudent
  • Dr. Jasmin Nuxoll, ForstBW
  • Markus Wick, IG BAU
  • Dietmar Hellmann, Bund Deutscher Forstleute (BDF)
  • Prof. Dr. Alexis von Komorowski, Hauptgeschäftsführer Landkreistag Baden-Württemberg

Schlussrunde

  • Max Reger, ForstBW (Vorstandsvorsitzender)
  • Martin Strittmatter, Landesforstverwaltung (Landesforstpräsident)
  • Jens Peukert, IG BAU (Forstwirt)
  • Luisa Kurzenhäuser, Forst-Trainee

Termin & Ort: So nehmen Sie teil

📅 Termin: Freitag, 12. Dezember 2025, 13:00–16:00 Uhr (Achtung: Diesmal eine Stunde früher als bisher!)

📍 Ort: Die Teilnahme erfolgt online per Videokonferenz über Zoom.

👥 Zielgruppe: Forstleute und alle im Wald Beschäftigten, forstliche Arbeitgeber, forstliche Ausbildungseinrichtungen, Forstunternehmen, forstliche Dienstleister und weitere Interessierte.

🎤 ModerationDialogDesign GbR Hummel Lüchtrath Meder.

Rückblick auf den 3. Waldpolitischen Freitag

Nach den beiden gut besuchten Auftaktveranstaltungen setzte der 3. Waldpolitische Freitag am 12. Dezember den Schlusspunkt für das Jahr 2025. Zahlreiche Interessierte aus Forstpraxis, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Ausbildung schalteten sich zur Online-Konferenz, um gemeinsam der Frage nachzugehen, was es heute braucht, um Forstberufe fit für die Zukunft zu machen.

Forstminister Peter Hauk erinnerte in seinem Grußwort an die vielfältigen Herausforderungen, die künftig auf den Wald zukommen. „Das zu bewältigen, ist Abenteuer genug für Forstleute. Die Herausforderungen werden nicht mit weniger, sondern nur mit mehr Menschen zu bewältigen sein – und die müssen gut bezahlt werden.“

Blick aus der Zukunft

Im ersten Vortragsblock folgte ein Blick aus dem Jahr 2050 zurück auf die Gegenwart. Dr. Alexander Kaulen erläuterte, wie die Digitalisierung künftig die Arbeit im Wald verändern wird. „Der digitale Zwilling Wald wird viele Möglichkeiten eröffnen“, nannte er als Beispiel. Dr. Stephanie Bethmann von der Stabstelle Gesellschaftlicher Wandel an der FVA ergänzte: „Forstleute der Zukunft werden zunehmend nicht nur Experten für Bäume, sondern auch für Menschen sein.“

Für Martin Schraitle von ForstBW ist klar: „Das Rückgrat der Waldarbeit bleibt der oder die gut ausgebildete Forstwirt:in – unterstützt durch digitale Werkzeuge.“ Die Bedeutung von Kommunikation hob Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian Kaiser von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg hervor: „Forstleute können ihre Arbeit erklären, statt sie rechtfertigen zu müssen – weil ihre Arbeit gerechtfertigt ist. Das muss auch in der Ausbildung berücksichtigt werden.“ In anschließenden Themenräumen nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit für Rückfragen, Diskussionen und Vertiefungen.

Was schon heute getan werden muss

Der zweite Vortragsblock richtete den Fokus auf Weichenstellungen, die bereits heute für die Forstberufe der Zukunft notwendig sind. Christopher Baumann, Revierassistent im Zollernalbkreis, betonte: „Meine Generation steht für offene Fehlerkultur – denn so lernt man mehr.“ Sein Appell lautete: „Seien Sie mutig und nehmen Sie unsere Ideen offen an.“

Dr. Jasmin Nuxoll, Personalchefin bei ForstBW, erläuterte, wie Menschen langfristig für Forstberufe begeistert werden können: „Wir brauchen klare lebensphasenorientierte Entwicklungsperspektiven. Wir sprechen sowohl junge Engagierte, Familienmenschen als auch erfahrene Best-Ager, die sich vor der Rente neu erfinden wollen, nach ihren Bedürfnissen an.“

Markus Wick, Mitglied im Vorstand des Landeswaldverbands und Vertreter der IG BAU, unterstrich die Bedeutung der Forstwirte: „Forstwirte sind Allrounder, technisches Bindeglied für Forstbetriebe und haben auch Führungskompetenz. Um ihr Können zu nutzen, brauchen wir dringend eine Reform der Laufbahnordnung und das Aufbrechen überholter Hierarchien.“

Dietmar Hellmann, ebenfalls LWV-Vorstand und Vertreter des BDF, sprach sich für generationenübergreifende Zusammenarbeit aus: „Wir müssen die Erfahrung der Älteren für das Onboarding der Jüngeren nutzen und umgekehrt das Wissen der Jüngeren für die Umsetzung der Digitalisierung nutzen.“ Für das Bedürfnis nach sinnstiftenden Jobs der jüngeren Generation hatte er auch das passende Motto parat: „Wir haben deinen Job für die Zukunft unseres Planeten.“

Dr. Alexis von Komorowski mahnte in seinem Beitrag: „Wälder sind zentrale Klimaverbündete. Deshalb muss das Land seiner Pflicht nachkommen, das für den Forstbereich anerkannte Defizit im FAG von jährlich 10,38 Millionen Euro voll zu decken.“

Stimmungsbild: Forstleute fördern, wertschätzen & involvieren

Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden in zufällig zusammengestellten Kleingruppen an konkreten Forderungen an die Politik. Ziel war es, aus der Vielzahl an Perspektiven praxisnahe Impulse zu formulieren, um Forstberufe langfristig attraktiv und leistungsfähig zu halten. Eine digitale Abstimmung lieferte anschließend ein spontanes Stimmungsbild zur Dringlichkeit der erarbeiteten Vorschläge.

Die folgenden Forderungen erhielten jeweils über 30 Prozent Zustimmung:

  • Personal besser fördern und halten
  • Konservative Strukturen aufbrechen – keine Angst vor Digitalisierung und modernen Arbeitsmodellen
  • Politische Würdigung für die positive Arbeit der Menschen, die im und für den Wald arbeiten

Schlussrunde fordert Mut und Offenheit

Den geforderten Abbau von Hierarchieebenen demonstrierte die Schlussrunde: Hier diskutierten Max Reger, Vorstand von ForstBW, und Landesforstpräsident Martin Strittmatter gemeinsam mit Forst-Trainee Luisa Kurzenhäuser und Forstwirt Jens Peukert.

Max Reger betonte: „Man muss schon Begeisterung und Liebe zum Wald mitbringen. Den Job macht keiner unserer Forstwirte, weil er damit reich wird, sondern weil er davon überzeugt ist.“ Martin Strittmatter plädierte dafür, offen für Neues zu sein: „Wir müssen uns immer wieder überprüfen und Fehlerkultur einführen: Lieber mal was wagen und scheitern, als aus Angst nichts zu wagen.“

Luisa Kurzenhäuser machte deutlich, dass die Vielfalt künftiger Herausforderungen auch eine Vielfalt an Menschen erfordert: „Die dürfen wir dann nicht durch Bedenken demotivieren und Potenzial kaputtmachen – da wünsche ich mir Unterstützung und Rückendeckung von oben.“ Dem schloss sich Jens Peukert an: „Wir müssen die Steine im Weg zur Seite räumen und aktiv auf die jungen Leute der Gen Z und Generation Alpha zugehen, damit wir sie für den Forst gewinnen.“

Fazit: Im nächsten Jahr geht es weiter

Reinhold Mayer zeigte sich zum Abschluss sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Wir haben viele interessante Impulse und eine starke Schlussrunde gehört“, resümierte der LWV-Vorstandsvorsitzende. „Dass sich gerade die jüngere Generation selbstbewusst und kreativ in die Diskussion einbringt, finde ich unheimlich wertvoll.“

Die vielfältigen Impulse und Rückmeldungen fließen nun in die weitere Verbandsarbeit und die politische Positionierung des Landeswaldverbands ein. Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitwirkenden und Teilnehmenden für den offenen Austausch und die engagierte Mitarbeit – und freuen uns bereits darauf, den Waldpolitischen Freitag als Dialogforum im Jahr 2026 fortzusetzen.

Die Einladung zum 3. Waldpolitischen Freitag am 12.12.2025 – zum Speichern und Teilen.

Rückblick auf vergangene Veranstaltungen: