Neuigkeiten | 5. Oktober 2026

Rückblick auf die KWF-Thementage 2026

Wie bewirtschaften wir junge Wälder im Klimawandel?

Am 23. und 24. September fanden die KWF-Thementage 2026 in Staig bei Ulm statt. Die 7. Ausgabe der Fachveranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Junge Wälder im Klimawandel“. Passend dazu wurden auf einem Rundweg durch ein Waldstück Neuigkeiten rund um die nachhaltige Waldwirtschaft vorgestellt.

Das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e. V. (KWF) setzt seit 60 Jahren auf den Wissenstransfer zu sicherer Waldarbeit, innovativer Forsttechnik und ökologisch verträglichen Verfahren. Mit den fortschreitenden Auswirkungen des Klimawandels sind diese Themen für die Profis auf der Fläche relevanter denn je. Anhaltende Dürreperioden, Extremwetterereignisse und geschwächte Bäume erhöhen die Risiken bei der Waldarbeit deutlich. Zudem stellen Waldumbau und Jungbestandspflege die Forstleute vor neue Fragen und Herausforderungen. Hier sind also fachkundige Beratung und der Einsatz innovativer Verfahren gleichermaßen gefragt.

Praxiswissen auf vier Kilometern Rundweg

Auf dem gut vier Kilometer langen Rundweg erwarteten das Publikum zahlreiche Informationen und Praxisbeispiele. Gezeigt wurden dabei unter anderem die Befahrung mit kleinen Forstraupen und ihre Auswirkungen auf den Waldboden, der Einsatz von Drohnen in der Jungbestandspflege sowie Fortschritte in der Akkutechnik. Außerdem konnte man dem vierbeinigen Roboter SPOT beim Erkunden des Waldes zuschauen. Verschiedene Verbissschutzsysteme waren ausgestellt und ein Praxisbeispiel zeigte, wie ein Grabenverschluss Wasser im Wald zurückhält. Zwischen den Stationen luden mehrere Gastro-Stände zu einer kurzen Pause ein. Praktisch, denn unter den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern traf man mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Bekannte und konnte die Gelegenheit zum Fachsimpeln nutzen.

Dabei war für das deutschlandweit tätige KWF einmal mehr die Vernetzung der Bundesländer ein Anliegen. Neben der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg, ForstBW und der FVA waren auch öffentliche Forstbetriebe und Forschungseinrichtungen aus Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt vor Ort. An einem Exkursionspunkt der FVA stand zudem der mehrsprachige Austausch über Ländergrenzen hinweg unter dem Motto „Wald – Forest – Forêt?“ im Fokus.

Diskussionsforen und ungezwungener Austausch

Im Eingangsbereich vor dem Start des Rundgangs fanden an beiden Tagen Foren und Fachvorträge statt. Zur Eröffnung diskutierten dort Forstwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Bauhus, Christoph Ewers (Vizepräsident Deutscher Forstwirtschaftsrat), Landesforstpräsident Martin Strittmatter, ForstBW-Vorstandsvorsitzender Max Reger, die Landtagsabgeordnete Anna Deparnay-Grunenberg (Bündnis 90/Die Grünen) und Johannes Enssle (NABU Baden-Württemberg) über die Pflege und Entwicklung klimastabiler Wälder. Weitere Foren widmeten sich anschließend Themen wie Arbeitssicherheit in der Jungbestandspflege, Waldumbau und Wild oder integriertem Waldbrandmanagement.

In guter Nachbarschaft zu ForstBW, Landesforstverwaltung, FVA und Hochschule Rottenburg waren auch wir mit dem Landeswaldverband-Infostand vertreten. Nach dem Rundweg durften wir zahlreiche Besucherinnen und Besucher zum entspannten Plaudern über Wald und Forstwirtschaft begrüßen. Auf einer Pinnwand sammelten wir außerdem die frischen Gedanken des Publikums zum Thema Wald. Sie reichten von fairen Löhnen für die hochwertige Arbeit im Wald über das Sorgenkind Buche und das Weltklima bis hin zu Erholung, Abkühlung und Ruhe. Einmal mehr zeigte sich dabei, wie viele unterschiedliche Bezugspunkte der Wald in sich vereint.

Wir bedanken uns herzlich beim KWF-Team für die großartige Organisation und das vielseitige Programm. Ein Dank geht außerdem an alle Mitwirkenden, die mit aktuellen Beiträgen aus der Praxis den regen Wissensaustausch ermöglicht haben. Und natürlich an alle Besucherinnen und Besucher für zwei Tage voller anregender Gespräche rund um den Wald.

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